Unter den Trümmern hielt seine Hand den Hund fest – und das Baby lebte-thtruc2710

Der Sanitäter kniete sofort wieder vor dem Spalt und wies den Funker an, die Wunde mit der freien Hand fest zuzudrücken, doch der Mann antwortete, dass er die verletzte Stelle nicht erreichen könne, ohne den Arm unter der abgesunkenen Platte hervorzuziehen.

Ich befestigte eine blutstillende Kompresse und einen Druckverband am Arbeitsgeschirr des Hundes, schob beides über den staubigen Boden und sagte dem Funker, er müsse die Pfote für einen Augenblick loslassen, damit er das Material greifen könne.

Seine Finger öffneten sich nur zögernd.

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Der Hund zog die Schnauze trotzdem nicht zurück, sondern blieb so dicht an der Hand, dass der Mann das Fell noch mit den Fingerspitzen berühren konnte, während er die Kompresse unter seine Jacke presste und den Verband mit einer einzigen Hand um den Oberkörper zog.

Der Sanitäter erklärte ihm jeden Griff, zählte langsam weiter und hörte erst auf, als der Funker bestätigte, dass der Druck auf der Wunde stärker geworden war und das warme Blut nicht mehr so schnell über seine Seite lief.

Dann erschütterte ein weiteres Nachbeben den Antennenraum.

Die Platte über dem Rücken des Mannes rutschte tiefer, ein gebogener Metallrahmen verkeilte sich im Schutt, und die schmale Öffnung, durch die wir das Baby gezogen hatten, wurde so eng, dass selbst der Hund seine Schnauze zurücknehmen musste.

„Nicht durch diese Seite“, sagte der Funker, nachdem das Dröhnen verklungen war. „Hinter meiner rechten Schulter liegt ein Wartungsschacht. Die äußere Klappe müsste an der Rückwand sein.“

Ich fragte, ob wir sie einfach öffnen könnten, doch er erklärte, dass vor der Klappe ein umgestürzter Batterieschrank stehen müsse, dessen Gewicht jetzt einen Teil des beschädigten Antennenrahmens abstützte.

Wenn wir den Schrank zu schnell anhoben oder seitlich wegzogen, konnte sich der Rahmen drehen und die Platte vollständig auf seinen Rücken drücken.

Wir hatten nur einen Versuch.

Der Sanitäter brachte das Baby einige Meter aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich, übergab es einer Helferin und kehrte zurück, während ich den Hund am gelösten Geschirr um den eingestürzten Gebäudeteil führte.

Zwischen geborstenen Wandplatten, Kabelrollen und verbogenen Metallstreben schnupperte er systematisch am Boden, bis er vor einer eingedrückten Seitenverkleidung stehen blieb und mit einer Pfote gegen das Blech schlug.

Hinter der Wand antworteten zwei schwache Klopfzeichen.

Der Wartungsschacht lag dort, aber der Batterieschrank hatte die Klappe fast vollständig unter sich begraben, und jedes Mal, wenn wir einen Stein entfernten, knirschte der Rahmen über dem Funker wie eine gespannte Feder.

Der Funker konnte die Bewegungen nicht sehen, doch er kannte den Raum besser als jeder von uns, deshalb beschrieben wir ihm die Lage jedes Trümmerteils, und er sagte uns, welche Streben früher zum Schrank gehört hatten und welche mit dem Antennenrahmen verbunden gewesen waren.

„Links unten muss eine Querstrebe liegen“, sagte er mit zunehmend matter Stimme. „Wenn die noch hält, dürft ihr den Schrank nur an der Vorderkante anheben.“

Wir fanden die Strebe unter einer Schicht aus Staub und Dämmmaterial, genau dort, wo er sie vermutet hatte, aber sie war in der Mitte eingerissen und konnte das Gewicht höchstens noch wenige Minuten halten.

Der Sanitäter legte zwei Finger an den Hals des Hundes, beobachtete dessen angespannte Haltung und beugte sich wieder zum ursprünglichen Spalt, um den Funker nach Schwindel, Atemnot und Schmerzen zu fragen.

Der Mann beantwortete zunächst jede Frage, doch dann begann er mitten in einem Satz nach Worten zu suchen, und seine Atemzüge kamen so flach, dass der Sanitäter die Zahlen beim Zählen immer langsamer aussprach.

„Reden Sie weiter“, murmelte der Funker. „Nicht aufhören.“

Diesmal ging es nicht um das Baby.

Wir schoben stabile Unterlagen unter die Vorderkante des Batterieschranks und setzten einen kleinen Hebesack so tief wie möglich an, während zwei Helfer den beschädigten Rahmen mit Gurten gegen eine seitliche Bewegung sicherten.

Es war keine elegante Konstruktion, sondern eine vorsichtige Folge aus Holzkeilen, Gurten und wenigen Zentimetern Raum, bei der jeder neue Handgriff erst ausgeführt wurde, nachdem der Funker bestätigt hatte, dass sich über ihm nichts verändert hatte.

Der Hund lag neben der eingedrückten Verkleidung, den Kopf auf den Vorderpfoten, und hob jedes Mal die Ohren, wenn die Stimme des Mannes aus dem Inneren leiser wurde.

Als wir den Hebesack langsam füllten, stieg der Batterieschrank kaum sichtbar an, doch gleichzeitig spannte sich einer der Sicherungsgurte so stark, dass das Gewebe zu knacken begann.

Ich ließ den Druck sofort halten.

Durch die Klappe passte nun eine flache Hand, mehr nicht, aber ich konnte die Fingerspitzen des Funkers fühlen, als er seinen Arm tastend nach hinten streckte.

Seine Haut war kalt und mit feinem Staub bedeckt, trotzdem schloss sich seine Hand fest um zwei meiner Finger, fast genauso, wie sie sich zuvor um das Fell des Hundes geschlossen hatte.

„Wo liegt der Rahmen?“, fragte ich.

„Über der Hüfte“, antwortete er. „Mein linkes Bein steckt darunter. Wenn ihr mich zieht, bevor ihr ihn hebt, bleibt das Bein dort.“

Der Sanitäter schwieg einen Moment und fragte dann, ob der Funker seine Zehen noch bewegen könne, doch der Mann versuchte es mehrmals, bevor er zugab, dass er seit dem letzten Nachbeben nichts mehr im Fuß spürte.

Damit war klar, dass die geöffnete Wartungsklappe allein nicht reichen würde, denn wir mussten nicht nur einen Zugang schaffen, sondern zugleich den Rahmen von seiner Hüfte heben, ohne die Platte über seinem Oberkörper abzusenken.

Während wir nach einem zweiten Ansatzpunkt suchten, tastete der Funker an seiner beschädigten Uniform entlang und sagte, an seinem Gürtel müsse noch ein tragbares Funkgerät hängen.

Er hatte es nach dem Einsturz ausgeschaltet, um die Batterie zu sparen, weil er nicht wusste, ob die Notantenne noch funktionierte und ob draußen überhaupt jemand sein Signal empfangen konnte.

„Können Sie es erreichen?“, fragte ich.

Er brauchte mehrere Versuche, dann hörten wir ein kurzes elektronisches Knacken aus der Dunkelheit, gefolgt von einem Rauschen, das zwischen den Trümmern kaum lauter war als sein Atem.

Der Funker stellte eine niedrige Lautstärke ein und rief eine allgemeine Kennung in den Kanal, doch zunächst kam keine Antwort, nur das unregelmäßige Störgeräusch beschädigter Leitungen.

Er versuchte es ein zweites Mal und gab diesmal unsere ungefähre Lage, den eingestürzten Antennenraum und die blockierte Wartungsklappe durch, als würde er noch immer an seinem Arbeitsplatz sitzen und einen gewöhnlichen Lagebericht übermitteln.

Seine Stimme wurde dabei fester.

Eine entfernte Gegenstelle bestätigte schließlich den Empfang, konnte uns jedoch keine zusätzliche Mannschaft schicken, weil die Zufahrtswege unterbrochen waren und mehrere Bereiche gleichzeitig nach Verschütteten durchsucht wurden.

Die Antwort brachte keine Verstärkung, aber sie bewies, dass wenigstens ein Teil des alten Funknetzes noch arbeitete, und der Mann fragte sofort, ob vor dem Einsturz bereits eine Warnmeldung von diesem Standort eingegangen sei.

Die Gegenstelle konnte das nicht prüfen, solange der laufende Rettungsverkehr den Kanal belegte, und bat ihn, die Frequenz freizuhalten.

Der Funker schaltete das Gerät wieder leise und sagte nichts mehr dazu, doch seine Finger lösten sich von meiner Hand, als hätte die unbeantwortete Frage ihm mehr Kraft genommen als die Schmerzen.

Der Sanitäter bemerkte es ebenfalls und begann wieder zu sprechen, diesmal nicht nur mit medizinischen Anweisungen, sondern über jeden sichtbaren Fortschritt an der Klappe, damit der Mann unter den Trümmern wusste, dass sich draußen noch etwas bewegte.

Wir entdeckten schließlich, dass eine abgerissene Halterung des Batterieschranks unter den Antennenrahmen gerutscht war und beide Teile miteinander verkantete, wodurch der Schrank nicht einfach als Last entfernt werden konnte, sondern gleichzeitig als unbeabsichtigte Stütze diente.

Zogen wir ihn weg, fiel der Rahmen.

Ließen wir ihn stehen, blieb die Klappe zu schmal.

Der Funker hörte sich unsere Beschreibung an und bat mich, mit der Hand an der Unterseite des Schranks nach einem dicken Versorgungskabel zu suchen, das früher durch eine Führung am Boden gelaufen war.

Das Kabel war noch vorhanden, tief im Staub verborgen, und obwohl seine Ummantelung beschädigt war, lag es in einer Schlaufe um die eingerissene Querstrebe.

„Nicht daran ziehen“, warnte der Mann sofort. „Nehmt die Schlaufe als Führung. Genau daneben ist der feste Sockel.“

Wir räumten vorsichtig weiter und fanden unter der Kabelschlaufe eine massive Befestigungsplatte, die noch mit dem Fundament verbunden war und stark genug wirkte, um einen Sicherungsgurt aufzunehmen.

Damit konnten wir den Antennenrahmen unabhängig vom Batterieschrank halten, doch der Gurt musste durch einen Spalt geführt werden, den kein Arm erreichte.

Ich befestigte das Ende erneut am weichen Geschirr des Hundes.

Der Hund kroch nicht in den ursprünglichen Spalt zurück, sondern schob sich flach durch die teilweise geöffnete Wartungsklappe, während ich den Gurt locker nachgab und der Funker ihn mit ruhigen Worten zu seiner rechten Seite lockte.

„Hierher“, sagte er. „Nur noch ein Stück.“

Das Geschirr schabte über Metall, dann blieb der Hund stehen, und aus dem Schacht hörten wir den Funker leise lachen, weil die Schnauze des Tieres wieder gegen seine Hand gestoßen war.

Der Mann löste den Gurt vom Geschirr, führte ihn mit letzter Kraft um die erreichbare Strebe und schob das Ende zurück zur Klappe, wo ich es greifen und am festen Sockel sichern konnte.

Als der Hund rückwärts aus dem Schacht kam, war erneut Blut an seinem Fell, doch diesmal blieb der Druckverband am Körper des Funkers an Ort und Stelle, und der Sanitäter bestätigte, dass die Blutung zumindest nicht sichtbar stärker geworden war.

Wir spannten den neuen Sicherungsgurt Millimeter für Millimeter, bis er das Gewicht des Antennenrahmens übernahm, und senkten anschließend den Hebesack unter dem Batterieschrank ein wenig ab, um zu prüfen, ob sich die Platte über dem Mann bewegte.

Nichts rutschte.

Erst dann hoben wir den Schrank weiter an, schoben zusätzliche Unterlagen darunter und öffneten die Wartungsklappe so weit, dass der Sanitäter den Oberkörper hindurchzwängen konnte.

Er fand den Funker halb auf der Seite, die Jacke vom Blut dunkel verfärbt, das linke Bein unter dem verbogenen Rahmen und die Arme noch immer in jener schützenden Haltung, in der er zuvor das Baby an seine Brust gedrückt hatte.

Der Sanitäter stabilisierte die Wunde, legte einen neuen Verband an und tastete das eingeklemmte Bein ab, während der Mann ihn immer wieder fragte, ob das Kind weit genug von den Trümmern entfernt sei.

„Das Baby ist draußen und atmet“, sagte der Sanitäter. „Jetzt kümmern wir uns um Sie.“

Der Funker schloss für einen Moment die Augen, öffnete sie jedoch sofort wieder, als das Rauschen des tragbaren Funkgeräts verstummte und zwischen den beschädigten Wänden plötzlich Stille entstand.

„Reden Sie“, sagte er.

Ich begann ihm durch die Klappe jeden einzelnen Arbeitsschritt zu erklären, während wir einen zweiten Hebesack unter den gesicherten Rahmen schoben und den Druck so langsam erhöhten, dass die Anzeigen kaum sichtbar stiegen.

Der Metallbogen hob sich zuerst nur um wenige Millimeter, doch der Sanitäter konnte eine flache Schutzplatte unter das Bein schieben und verhindern, dass eine scharfe Kante beim Herausziehen weiteres Gewebe verletzte.

Dann riss irgendwo über uns ein kleines Stück Verkleidung ab und schlug gegen den gespannten Gurt.

Der Hund sprang auf, der Funker zuckte zusammen, und für einen Atemzug glaubten wir, die Sicherung sei gebrochen, doch der Gurt hielt und der Rahmen blieb in seiner angehobenen Position.

„Jetzt“, sagte der Sanitäter.

Wir zogen den Funker nicht an den Armen, sondern legten eine Rettungsschlinge unter Schultern und Brust, während der Sanitäter das verletzte Bein führte und ich darauf achtete, dass der Druckverband nicht an der Klappenkante hängen blieb.

Der erste Zug brachte ihn nur wenige Zentimeter vorwärts, weil seine Jacke an einer abgerissenen Schraube festhing, die sich durch den Stoff gebohrt hatte.

Der Sanitäter schnitt die Jacke auf, ohne den Verband zu lösen, und beim zweiten Zug glitt der Oberkörper des Mannes durch die Öffnung, während hinter ihm Metall knirschte und Staub aus dem Schacht quoll.

Seine Hand suchte blind über den Boden.

Der Hund drückte sofort die Schnauze hinein.

Mit dem dritten Zug kam auch das eingeklemmte Bein frei, doch in dem Augenblick, als wir den Funker vollständig aus dem Schacht hoben, verlor sein Körper jede Spannung und seine Finger rutschten aus dem Fell.

Der Sanitäter rief ihn an, prüfte seine Atmung und begann noch neben der eingedrückten Wand mit der Versorgung, während wir den Mann auf eine Trage legten und vom instabilen Gebäudeteil wegtrugen.

Der Hund lief so dicht neben der Trage, dass seine Schulter mehrmals das Tuch berührte, und blieb erst stehen, als der Funker in den provisorischen Behandlungsbereich gebracht wurde und die Helfer den Zugang hinter ihm schlossen.

Das Baby lag nur wenige Plätze entfernt, warm eingepackt und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt, und sein Weinen war inzwischen kräftig genug, dass man es trotz der Stimmen, der Fahrzeuge und des entfernten Krachen weiterer einstürzender Teile hören konnte.

Der Funker reagierte nicht darauf.

Die Verletzung an seiner Seite war tiefer, als wir durch den Spalt hatten erkennen können, und zusätzlich hatte der Rahmen sein Bein schwer gequetscht, weshalb er noch am selben Abend operiert werden musste.

Niemand konnte uns versprechen, dass er das Bein vollständig würde benutzen können, doch der Sanitäter sagte nach der ersten Behandlung, dass der Druckverband und die wenigen Minuten, die wir durch den Wartungsschacht gewonnen hatten, wahrscheinlich über sein Überleben entschieden hatten.

Der Hund blieb währenddessen vor dem abgesperrten Bereich liegen und hob den Kopf bei jedem vorbeigetragenen Patienten, als würde er in all den Stimmen nach genau jenem Mann suchen, dessen Hand so lange in seinem Fell gelegen hatte.

Erst viele Stunden später erfuhren wir, wie das Baby in den Antennenraum gekommen war.

Die Mutter war während des ersten Bebens in der Nähe des Feldzentrums gewesen und hatte ihr Kind dem Funker durch eine Tür entgegengestreckt, als herabfallende Bauteile den Weg zwischen ihnen versperrten.

Er hatte den Säugling genommen und war in den Antennenraum zurückgewichen, weil dort eine tiefe Arbeitsnische Schutz bot, während die Mutter von anderen Helfern aus dem unmittelbaren Einsturzbereich gebracht worden war.

Sie war verletzt und an einer anderen Stelle versorgt worden, ohne zu wissen, ob der Mann mit ihrem Kind die folgenden Einstürze überlebt hatte.

Eine Beschreibung der Decke und der Kleidung des Babys führte die Helfer schließlich zu ihr, und als man ihr sagte, dass ihr Kind lebte, fragte sie nicht zuerst nach dessen Verletzungen, sondern nach dem Funker, der es festgehalten hatte.

Zu diesem Zeitpunkt lag der Mann noch unter Narkose.

Am nächsten Morgen öffnete er kurz die Augen, erkannte den Sanitäter neben seinem Bett und bewegte die rechte Hand über die Decke, als würde er nach etwas suchen, das nicht mehr dort lag.

„Das Baby?“, fragte er.

Der Sanitäter sagte ihm, dass das Kind bei seiner Mutter sei, stabil atme und nur zur Beobachtung bleiben müsse, worauf der Mann die Augen wieder schloss und mehrere Sekunden lang ruhig dalag.

Dann fragte er nach dem Funkgerät.

Ich hatte es nach der Rettung aus dem Schacht geholt, den Staub aus den Tasten geklopft und bei den übrigen Geräten abgegeben, ohne zu verstehen, weshalb ihm die alte Warnmeldung so wichtig gewesen war.

Als er wach genug war, erklärte er, dass er unmittelbar vor dem Einsturz eine Durchsage über die instabile Antennenanlage begonnen hatte, doch der Strom war ausgefallen, bevor eine Bestätigung kam.

Seitdem hatte er geglaubt, seine Meldung sei im Rauschen verschwunden und andere Helfer könnten deshalb in den gefährdeten Bereich gelaufen sein, während er selbst mit dem Baby unter der Platte festsaß.

Die Frage hatte ihn während der gesamten Rettung verfolgt.

Später wurde das Funkprotokoll der Gegenstelle geprüft, und darin befand sich tatsächlich eine abgebrochene Übertragung aus dem Feldzentrum, nur wenige Sekunden vor dem Einsturz.

Die Aufnahme war kurz und voller Störungen, doch die Warnung vor der Antennenanlage, die Aufforderung, den Raum zu räumen, und die Kennung des Funkers waren deutlich genug verstanden worden.

Mehrere Personen hatten den Bereich deshalb verlassen, bevor der Antennenraum vollständig zusammenbrach, und genau diese Meldung hatte außerdem bestätigt, an welchem Abschnitt des zerstörten Zentrums zuerst nach Verschütteten gesucht werden musste.

Als ich ihm davon erzählte, lag seine Hand unbeweglich auf der Decke, und lange zeigte sein Gesicht keine erkennbare Reaktion.

Dann fragte er, ob ich sicher sei.

Ich legte den schriftlichen Auszug des Protokolls neben seine Hand, damit er die Zeitangabe und seine Kennung selbst sehen konnte, und erklärte ihm, dass seine Nachricht nicht nur empfangen worden war, sondern Menschen aus dem gefährdeten Bereich geführt hatte.

Der Mann strich mit dem Daumen über die Zeile, ohne das Papier anzuheben, und atmete genauso hörbar aus wie in dem Moment, als das Baby durch den Spalt gezogen worden war.

Einige Tage später durfte die Mutter mit dem Kind kurz zu ihm kommen.

Sie stellte sich neben sein Bett, hielt den Säugling dicht an die Brust und versuchte mehrmals zu sprechen, doch jedes Mal brach ihre Stimme ab, bevor sie einen vollständigen Satz bilden konnte.

Der Funker sagte schließlich, sie müsse ihm nichts erklären, und fragte nur, ob das Baby nachts noch aufwache, sobald es still werde.

Die Mutter sah auf das ruhige Gesicht ihres Kindes und antwortete, dass es seit der Rettung am besten schlafe, wenn jemand in der Nähe spreche oder gleichmäßig atme.

In diesem Augenblick führte ein Helfer den medizinischen Assistenzhund in den Raum.

Das Tier ging nicht zur Mutter und nicht zum Baby, sondern direkt an die Seite des Bettes, legte den Kopf auf die Matratzenkante und wartete, bis der Funker langsam seine verbundene Hand ausstreckte.

Seine Finger schlossen sich nicht mehr mit der verzweifelten Kraft aus dem Trümmerraum um das Fell, sondern ruhten locker zwischen den Ohren des Hundes, während dessen Atem warm und gleichmäßig über seine Haut strich.

Die Mutter setzte sich, das Baby blieb in ihren Armen eingeschlafen, und für eine Weile sagte niemand etwas.

Diesmal wachte das Kind nicht auf.

Der Funker blickte auf seine Hand im Fell des Hundes, dann auf das Baby und schließlich auf den Funkbericht neben seinem Bett, bevor er leise sagte: „Jetzt darf es still sein.“

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