Die Drohnen kannten jeden Befehl – und der Verräter saß im Berg-thtruc2710

Ich drückte die Handfläche gegen die markierte Felswand, während der Crewchef unter dem Kontrollfeld nach einer mechanischen Entriegelung tastete.

Hinter der Verkleidung klickte etwas, dann öffnete sich eine schmale Wartungstür – und aus der Dunkelheit sagte eine heisere Stimme: „Nicht den Hauptschalter betätigen. Dann findet er uns.“

Der Crewchef riss die Tür weiter auf.

Image

Dahinter lag kein leerer Versorgungsschacht, sondern ein niedriger Kabelgang, in dem zwei Mitglieder der vermissten Hubschrauberbesatzung zwischen Werkzeugkisten und zusammengerollten Leitungen saßen.

Ihre Handgelenke waren mit breiten Kunststoffbändern gefesselt, einer von ihnen presste einen ölverschmierten Stoffstreifen gegen seine Schläfe, und neben ihren Füßen stand ein schwarzes Wartungsgerät, dessen kleine Kontrollleuchte noch immer grün blinkte.

Der Mann mit der verletzten Schläfe hob den Kopf.

„Die Drohnen hören den Rettungskanal“, sagte er. „Aber nicht so, wie ihr denkt.“

Über uns liefen die Hydraulikpumpen erneut an.

Mein Kommandeur hatte offenbar einen zweiten Steuerweg aktiviert, denn der Spalt zwischen den Tunneltoren wurde breiter, obwohl mein Gurt den inneren Hebel noch immer blockierte.

Der Crewchef kniete sich zu den Gefesselten, schnitt die Bänder mit seinem Taschenmesser auf und fragte, wer sie dort eingeschlossen hatte.

Beide sahen zuerst mich und dann das Funkgerät an meiner Schulter an.

„Ihr Kommandeur“, antwortete die Frau aus der vermissten Besatzung. „Und er kann jedes Wort mithören.“

Ich zog den Stecker aus meinem Schultergerät.

Im selben Moment hörte das Tor auf, sich zu bewegen.

Nur für einen Atemzug.

Dann setzte draußen das Surren der Drohnen wieder ein, diesmal tiefer und näher, als würden sie direkt vor dem Fels kreisen und auf eine neue Öffnung warten.

Die Zivilisten standen hinter der zweiten Kurve dicht an der Wand, während der ältere Mann das gestürzte Kind auf dem Arm hielt und mit seiner Jacke vor dem kalten Luftzug schützte.

Keiner von ihnen wusste, dass die Menschen, nach denen draußen seit Stunden gesucht wurde, nur wenige Schritte entfernt im Berg gefangen gehalten worden waren.

Ich zeigte auf das schwarze Wartungsgerät.

„Was ist das?“

Die Frau rieb sich die tauben Hände und antwortete, es sei der interne Prüfrecorder der Station.

Das Gerät speicherte nicht nur, wann Tore, Antennen und Wartungszugänge benutzt worden waren, sondern auch, welche Kennungen sich für jeden Eingriff angemeldet hatten.

Es war kein gewöhnliches Protokoll, das man aus der Ferne löschen konnte.

Die Daten wurden in einem abgeschirmten Speicher gehalten und erst überschrieben, wenn ein Techniker das Gerät direkt öffnete.

Der Crewchef sah zum Tor.

„Deshalb will er die Drohnen hier hineinbringen.“

Die verletzte Frau nickte.

„Nicht wegen uns. Wegen des Recorders.“

Ein harter Schlag ließ die Torflügel zittern.

Staub rieselte aus einer Fuge über meinem Kopf, und draußen schabte der zerbrochene Peilsender wieder gegen Metall.

Eine der Drohnen musste den Eingang gestreift haben.

Ich fragte, warum die Besatzung ihren Hubschrauber nicht gestartet hatte.

Der verletzte Mann zog sich an einer Leitung hoch und deutete in die Tiefe des Wartungsgangs.

„Weil wir vor dem Start zwei Flugkörper in unserem Hangar gefunden haben.“

Er erklärte, die Drohnen hätten dort bereits auf ihren Halterungen gestanden, verborgen hinter einer beweglichen Trennwand, mit dem Peilsender der Besatzung und einer kopierten Kennung meiner mobilen Flugabwehreinheit in Reichweite.

Als sie den Fund gemeldet hatten, war nicht die Stationsleitung gekommen, sondern mein Kommandeur.

Er hatte ihnen gesagt, es handle sich um eine geheime Überprüfung und sie dürften niemanden informieren.

Die Besatzung hatte sich geweigert, eine vorbereitete Meldung zu unterschreiben, nach der ihr Hubschrauber planmäßig in ein abgelegenes Suchgebiet gestartet sei.

Danach war der äußere Hangar verriegelt worden.

Jemand hatte den Peilsender aus dem Hubschrauber entfernt, die beiden Besatzungsmitglieder in den Wartungsgang gebracht und über den offenen Rettungskanal eine Suche ausgelöst, die alle verfügbaren Kräfte vom Gebäude weglocken sollte.

„Er wollte, dass man draußen nach einem Absturz sucht, der nie passiert ist“, sagte die Frau.

„Und die Drohnen?“ fragte der Crewchef.

Sie sah auf meinen abgezogenen Funkstecker.

„Sie wurden mit Sprachmustern gefüttert.“

Die Besatzung hatte in den Stunden vor ihrem geplanten Start mehrere standardisierte Funksätze aufnehmen müssen, angeblich für einen Reichweitentest.

Daraus waren Befehlsfolgen gebaut worden, auf die die Drohnen automatisch reagierten.

Sie folgten nicht einfach einem Sender.

Sie warteten auf bestimmte Wörter, Pausen und Bestätigungstöne im Rettungskanal und berechneten daraus, welcher Weg angeblich offen oder geschützt war.

Deshalb hatten sie auf meine erfundene Fluchtroute reagiert.

Deshalb hatten sie abgedreht, obwohl der Lichtspalt vor ihnen sichtbar gewesen war.

Und deshalb hatte mein Kommandeur darauf bestanden, dass ich weiter über den offenen Kanal sprach.

Er brauchte meine Stimme, meine Einheit und meine Entscheidungen, damit die Aufzeichnung später wie eine missglückte Abwehrmaßnahme aussah.

Die Drohnen sendeten unsere Kennung, weil am Ende nicht er in den Daten stehen sollte.

Wir sollten dort stehen.

Die erste Rakete hatte bereits den wichtigsten Teil seiner Geschichte geliefert: Meine Einheit hatte auf zwei Objekte geschossen, von denen eines den Peilsender einer vermissten Rettungsbesatzung trug.

Falls der Tunnel zerstört und der Recorder vernichtet wurde, blieb nur dieses eine Bild zurück.

Ein verschwundener Hubschrauber.

Eine tote Besatzung.

Eine mobile Flugabwehreinheit, die in der Nähe geschossen hatte.

Mein Kommandeur meldete sich über den fest eingebauten Lautsprecher der Station.

„Sie haben den Kontakt zu mir unterbrochen.“

Seine Stimme war ruhig, beinahe geduldig.

„Stecken Sie das Gerät wieder ein und öffnen Sie die Tore.“

Ich antwortete nicht.

„Im Tunnel befinden sich Zivilisten“, fuhr er fort. „Jede Verzögerung gefährdet ihr Leben.“

Der ältere Mann hinter der Kurve hob den Kopf, als hätte er jedes Wort verstanden.

Ich sah, wie das Kind seine Arme fester um seinen Hals legte.

Mein Kommandeur benutzte sie nicht nur als Druckmittel.

Er wollte, dass sie später bestätigen konnten, ich hätte einen direkten Rettungsbefehl ignoriert.

„Kann der Recorder seine Zugriffe belegen?“ fragte ich.

Die Frau aus der Besatzung legte beide Hände um das schwarze Gerät.

„Ja. Aber nur, solange es Strom hat.“

Der Crewchef zeigte auf die Pumpenanzeige.

„Wenn wir die Hauptversorgung trennen, schließen wir die äußere Steuerung ab.“

„Und löschen den flüchtigen Teil des Speichers“, sagte die Frau. „Dort stehen die letzten Befehle.“

Damit hatte mein Kommandeur uns genau die Wahl gelassen, die er brauchte.

Entweder wir hielten das Tor geschlossen und verloren den aktuellen Nachweis seiner Eingriffe, oder wir ließen die Versorgung laufen und gaben ihm weiter Zugriff auf die Tore.

Draußen änderte sich das Geräusch.

Eine Drohne stieg höher, während die andere in kurzen Abständen gegen den Luftstrom anarbeitete.

Der Crewchef ging zum manuellen Druckablass zurück, legte beide Hände um das Ventil und versuchte, es weiterzudrehen.

Es bewegte sich keinen Millimeter mehr.

Der äußere Steuerkreis hielt den Gegendruck.

Die Frau aus der Besatzung öffnete eine Klappe am Wartungsrecorder und zeigte auf zwei schmale Anschlüsse.

„Wir können den Speicher für wenige Minuten über die Notbatterie des Hubschraubers versorgen.“

Der Hubschrauber stand jedoch nicht in unserem Tunnel.

Er befand sich hinter dem Wartungsgang im verschlossenen Hangar, genau in dem Bereich, aus dem die Drohnen gestartet worden waren.

Zwischen uns und der Batterie lagen eine weitere Stahltür, ein dunkler Versorgungsschacht und möglicherweise der Mann, der die gesamte Station kontrollierte.

Mein Kommandeur sprach erneut.

„Letzte Aufforderung. Öffnen Sie.“

Dann leuchtete auf dem Kontrollfeld eine neue Meldung auf.

Die innere Brandschutztür hinter den Zivilisten begann sich zu schließen.

Er wollte die Gruppe zwischen zwei Toren einschließen.

Der ältere Mann setzte das Kind ab und versuchte, die schwere Tür mit der Schulter aufzuhalten, aber der Motor drückte sie weiter in die Führung.

Ich rannte zu ihm, schob meine Hände in den Spalt und rief dem Crewchef zu, den Wartungsgang freizumachen.

Gemeinsam brachten wir die Zivilisten durch die schmale Tür, bevor sie vollständig schließen konnte.

Der letzte Mann zog sein Bein gerade noch zurück.

Die Kante traf meine Schulter und drückte mich gegen den Fels.

Der Crewchef packte meinen Gurt und zog mich durch den verbleibenden Spalt.

Hinter uns fiel die Tür ins Schloss.

Nun standen wir alle in dem Bereich, den mein Kommandeur offenbar um jeden Preis vernichten wollte.

Die Frau aus der Besatzung führte uns durch den Kabelgang.

Wir mussten uns gebückt bewegen, während über den Leitungen rote Warnlampen aufleuchteten und wieder erloschen.

Das Kind begann leise zu weinen, doch der ältere Mann flüsterte ihm zu, es solle nur auf seine Schritte achten.

Nach wenigen Metern erreichten wir die zweite Stahltür.

Sie war nicht verschlossen.

Jemand hatte sie offen gelassen.

Der Crewchef hob warnend die Hand.

Aus dem Hangar dahinter kam das gleichmäßige Klacken eines Relais.

Zwischen abgestellten Geräten stand der Rettungshubschrauber, unbeschädigt und fest verzurrt, als hätte er den Platz seit seiner letzten Wartung nicht verlassen.

Seine Türen waren geschlossen.

Der Peilsender fehlte aus der Halterung am Rumpf.

Neben dem Hubschrauber verliefen zwei leere Startschienen bis zu einer geöffneten Wartungsluke in der Außenwand.

Dort waren die Drohnen hinausgeflogen.

Auf einem Arbeitstisch lag ein fest eingebautes Funkmodul, das noch immer mit dem Rettungskanal verbunden war.

Die Pegelanzeige bewegte sich bei jedem Wort, das mein Kommandeur über die Lautsprecher sprach.

Er war nicht irgendwo außerhalb der Station.

Er sendete aus dem oberen Kontrollraum über uns.

Der Crewchef wollte zur Treppe, aber ich hielt ihn zurück.

„Er wartet darauf, dass wir zu ihm gehen.“

Die Frau aus der Besatzung öffnete die Seitenklappe des Hubschraubers und zog ein dickes Batteriekabel heraus.

Während sie den Recorder anschloss, untersuchte ich das Funkmodul.

An der Seite befand sich ein kleiner Wahlschalter mit drei Positionen.

Eine war mit dem Rettungskanal verbunden.

Die zweite führte zum Torsteuerkreis.

Die dritte war nicht beschriftet, doch das Kabel verlief direkt in die Wand neben den leeren Startschienen.

Der verletzte Mann erkannte es.

„Das ist der Rückkehrimpuls.“

Die Drohnen waren so programmiert, dass sie bei einem bestimmten Signal zum Hangar zurückkehrten, falls ein Test abgebrochen wurde.

Mein Kommandeur hatte diesen Weg nicht benutzt, weil beide Flugkörper dann mitsamt dem Peilsender, den kopierten Kennungen und ihren Steuerdaten wieder in der Station gelandet wären.

Alles, was er vernichten wollte, wäre an einem Ort versammelt gewesen.

Ich fragte, ob wir den Impuls selbst auslösen könnten.

Der Mann schüttelte den Kopf.

„Nur mit seiner Freigabefolge.“

Die Folge war nicht als Zahl gespeichert.

Sie bestand aus einem gesprochenen Befehl, der mit seiner Stimme bestätigt werden musste.

Plötzlich verstand ich, weshalb er immer wieder dieselben Worte verwendet hatte.

„Öffnen Sie die Tore vollständig. Das ist ein direkter Befehl.“

Es war nicht nur Druck gewesen.

Es war seine eigene Freigabeformel.

Die Drohnen hatten sie über den Rettungskanal gehört, doch bisher war das Funkmodul auf den Torsteuerkreis gestellt gewesen.

Wenn wir die nächste Wiederholung auf den Rückkehrimpuls umleiteten, würden beide Flugkörper in den Hangar kommen.

Und diesmal würden die Tore hinter ihnen schließen.

Das Problem lag in dem schmalen Raum zwischen Signal und Wirkung.

Sobald die Drohnen umkehrten, würde mein Kommandeur erkennen, was wir getan hatten.

Er konnte die Stromversorgung trennen, die Tore öffnen oder die Flugkörper im Hangar zur Detonation bringen.

Wir hatten nur eine Möglichkeit, ihm diese Kontrolle zu nehmen.

Jemand musste in den oberen Kontrollraum gelangen und den äußeren Steuerkreis dort mechanisch blockieren.

Der Crewchef sah zur Treppe.

„Ich gehe.“

„Nein“, sagte ich.

Er war der Einzige, der das manuelle Ventil bedienen konnte, sobald die Drohnen im Hangar waren.

Die verletzte Besatzung konnte den Recorder sichern.

Die Zivilisten konnten sich hinter dem Fahrwerk des Hubschraubers und der massiven Trennwand schützen.

Der Weg nach oben blieb für mich.

Mein Kommandeur hatte meine Kennung benutzt, meine Rakete in seine Geschichte eingebaut und meine Befehlswege gegen uns gerichtet.

Also musste ich die Entscheidung treffen, die nicht in seinem Ablauf vorgesehen war.

Ich gab dem Crewchef meinen Sicherungsbügel.

„Wenn die Drohnen die Schienen erreichen, verriegelst du das Hangartor.“

Er nahm das Metallstück, sah auf die abgeschabte Stelle, an der es zuvor den Hebel blockiert hatte, und nickte.

Dann stellte ich den Wahlschalter des Funkmoduls auf die dritte Position.

Die Pegelanzeige zuckte.

Über den Lautsprecher fragte mein Kommandeur: „Hören Sie mich?“

Ich steckte mein Schultergerät wieder ein.

„Ja.“

Seine Antwort kam sofort.

„Dann öffnen Sie die Tore vollständig. Das ist ein direkter Befehl.“

Die Anzeige am Rückkehrmodul sprang auf Grün.

Draußen stiegen beide Drohnen gleichzeitig an.

Das Surren entfernte sich für zwei Sekunden, bog um den Fels und kam dann von der anderen Seite zurück – direkt auf die geöffnete Wartungsluke des Hangars zu.

„Jetzt“, rief ich.

Der Crewchef riss das manuelle Ventil auf.

Die leeren Startschienen senkten sich in ihre Fangposition, während die erste Drohne durch die Luke schoss und hart auf der Führung aufsetzte.

Der zerbrochene Peilsender schlug gegen den Boden und blieb unter dem Rumpf hängen.

Die zweite Drohne folgte wenige Augenblicke später.

In diesem Moment erloschen sämtliche Deckenleuchten.

Mein Kommandeur hatte den Hauptstrom getrennt.

Doch der Prüfrecorder blieb an der Hubschrauberbatterie hängen, und die grünen Anzeigen auf beiden Drohnen leuchteten weiter.

Ihre Energieversorgung war unabhängig.

Der Crewchef warf sich gegen das Handrad des Hangartors.

Ich lief zur Treppe.

Oben schlug bereits eine Tür zu.

Der Kontrollraum lag hinter einem schmalen Absatz, dessen Notbeleuchtung nur noch schwach glomm.

Als ich die letzte Stufe erreichte, sah ich meinen Kommandeur an der äußeren Fluchttür.

Er trug keinen Mantel und keine Ausrüstung, nur sein Funkgerät und einen kleinen Steuerkasten unter dem Arm.

Er hatte nie vorgehabt, mit den Menschen im Tunnel zu sterben.

Er wollte die Station durch den oberen Ausgang verlassen, sobald die Drohnen das Innere zerstört hatten.

„Bleiben Sie stehen“, sagte er.

Ich sah keine Waffe in seiner Hand.

Nur den Steuerkasten.

Sein Daumen lag auf einem abgedeckten Schalter.

„Sie wissen nicht, was Sie da unten festgesetzt haben.“

„Doch“, antwortete ich. „Ihre Geschichte.“

Er erklärte, die Flugkörper seien Teil einer nicht genehmigten Erprobung gewesen, die nach einem früheren technischen Fehler sofort hätte beendet werden müssen.

Stattdessen hatte er die Tests fortgesetzt, weil ein Abbruch seine gesamte Verantwortung offengelegt hätte.

Als die Hubschrauberbesatzung die versteckten Drohnen entdeckt hatte, brauchte er einen Vorfall, der größer war als sein eigener Fehler.

Ein angeblich verschwundener Rettungshubschrauber, eine nervöse Flugabwehreinheit und ein zerstörter Tunnel hätten jede Untersuchung in eine andere Richtung gelenkt.

Er hatte nicht geplant, die Zivilisten hier anzutreffen.

Doch nachdem sie in die Station gebracht worden waren, hatte er sie in seine Version eingebaut.

„Sie hätten die Tore öffnen sollen“, sagte er. „Dann wäre es schnell vorbei gewesen.“

Unter uns krachte Metall.

Der Crewchef schloss das Hangartor.

Mein Kommandeur hob den Steuerkasten.

Ich sprang nach vorn, bevor er die Abdeckung vollständig öffnen konnte.

Wir prallten gegen das Bedienpult.

Der Kasten fiel zu Boden und rutschte bis an die Wand, aber sein Daumen hatte den Schalter bereits berührt.

Aus dem Hangar kam ein schriller Ton.

Die Drohnen begannen ihre Antriebe hochzufahren.

Mein Kommandeur stieß mich zurück und griff erneut nach dem Kasten.

Ich trat auf das Kabel, das vom Gerät zum äußeren Steuerkreis führte.

Der Stecker riss aus der Buchse.

Die Pumpen unter dem Boden verstummten.

Zum ersten Mal, seit wir den Tunnel betreten hatten, reagierte kein Tor mehr auf seine Befehle.

Er sah auf das lose Kabel und dann zu mir.

„Damit haben Sie alle eingeschlossen.“

„Nein“, sagte ich. „Nur Sie haben niemandem gezeigt, wie man ohne Ihre Befehle herauskommt.“

Ich nahm den roten Nothebel am Kontrollpult, zog ihn bis zum Anschlag und drehte die mechanische Sicherung herum.

Im Hangar lösten sich die Fangklammern der Startschienen nicht, sondern legten sich fest um die Drohnenkörper.

Der schrille Ton brach ab.

Die Rotoren standen still.

Unten rief der Crewchef, dass beide Flugkörper gesichert seien.

Die Frau aus der Besatzung meldete, der Prüfrecorder habe sämtliche Zugriffe, die Sprachfreigabe, die Torbefehle und den letzten Schaltversuch gespeichert.

Mein Kommandeur sagte nichts mehr.

Ohne den Steuerkasten wirkte er plötzlich nicht wie der Mann, der den ganzen Berg beherrschte, sondern wie jemand, der darauf vertraut hatte, dass niemand seinen Anweisungen lange genug widersprechen würde, um das System dahinter zu erkennen.

Wir brachten ihn hinunter in den Hangar.

Der ältere Mann stellte sich mit dem Kind hinter die anderen Zivilisten, als wir vorbeigingen.

Niemand jubelte.

Niemand sagte etwas.

Sie sahen nur den unbeschädigten Rettungshubschrauber, die befreite Besatzung und die beiden Drohnen auf den Schienen.

Das genügte.

Der Crewchef löste meinen Sicherungsbügel vom Handrad und gab ihn mir zurück.

„Das Außentor hat keinen Strom“, sagte er. „Wir müssen es von Hand öffnen.“

Diesmal standen wir nicht vor einem Tor, das sich gegen uns bewegte.

Wir stellten uns gemeinsam an die Kurbel: der Crewchef, die gerettete Besatzung, der ältere Mann und ich.

Selbst die Frau mit der verletzten Schläfe legte eine Hand an den Griff.

Langsam hob sich das schwere Tor.

Zuerst entstand wieder nur ein schmaler Streifen Tageslicht.

Doch diesmal bedeutete er nicht, dass die Drohnen einen Weg zu uns fanden.

Er bedeutete, dass die Menschen im Berg selbst entschieden hatten, wann sich die TÜR öffnete.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *