Als das Klopfen im Seil an der Elbe über Leben und Tod entschied-thtruc2710

Der verkeilte Versorgungslaster schenkte uns keinen sicheren Halt, sondern nur einen kurzen Augenblick, in dem die Strömung ihre Kraft anders auf die Schwimmbrücke verteilte.

Doch dieser Augenblick reichte, damit ich den Feldwebel endlich von der Winde wegziehen konnte.

Seine rechte Schulter gab sofort nach, als der Druck des Scharniers nachließ, und er sank auf ein Knie, ohne den Hebel loszulassen.

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„Der Wagen ist drüben“, sagte ich. „Jetzt bist du dran.“

Er hob den Kopf und wartete auf das Klopfen im Seil.

Drei schnelle Schläge kamen durch den Stahl, dann die Pause und zwei langsamere Stöße, aber der Abstand hatte sich verändert, als würde der umgestürzte Eagle nicht mehr nur gegen das Seil schlagen, sondern sich Stück für Stück darunterdrehen.

„Bei der Pause entlastet es uns“, sagte der Feldwebel. „Dazwischen zieht es die Brücke quer.“

Ich legte meine Hand über seine und spürte, wie wenig Kraft noch darin steckte.

Am sicheren Ufer war der Fahrer des Rettungswagens zur Rampe zurückgelaufen und hielt eine Leine bereit, doch zwischen ihm und uns lag noch das nasse, schwankende Brückenteil.

„Du gehst zu ihm“, befahl ich.

Der Feldwebel schüttelte kaum sichtbar den Kopf.

„Du kennst die Winde nicht.“

„Dann zeigst du es mir jetzt.“

Er führte meine Finger zur Sperre, erklärte mir mit abgehackten Worten, wann ich Druck halten und wann ich den Hebel um wenige Zentimeter nachgeben musste, und ließ erst los, als der nächste Rhythmus durch das Gehäuse lief.

Drei Schläge.

Pause.

Ich nahm die Spannung zurück.

Die Brücke richtete sich für einen Atemzug gerade aus.

Der Feldwebel löste sich vom Scharnier und begann auf Händen und Knien zur Rampe zu kriechen, während ich seinen Platz an der Winde übernahm.

Von diesem Moment an war nicht mehr die Frage, ob ich ihn retten konnte.

Die Frage war, ob er mir zutraute, die Brücke nach dem Rhythmus seiner Tochter zu halten.

Das Wasser stand inzwischen so hoch über dem Deck, dass ich meine Stiefel bei jedem Schritt gegen die Strömung verdrehen musste, obwohl ich mich kaum vom Windenkasten bewegte.

Der Feldwebel zog sich am Geländer entlang.

Sein rechter Arm hing dicht am Körper, und sobald die Brücke nach links drängte, presste er die Stirn gegen die Strebe, bis die Bewegung nachließ.

Am Ufer kniete der Fahrer des Rettungswagens auf der Rampe und schob ihm das Ende der Leine entgegen.

Es fehlten vielleicht noch drei Meter.

Dann kam das Klopfen erneut.

Drei schnelle Schläge, doch die Pause blieb aus.

Stattdessen lief ein langes Schaben durch das Seil, tief und rau, und der Windenkasten zitterte unter meinen Händen.

Stromabwärts drehte sich der Versorgungslaster weiter quer.

Seine Ladefläche hob sich auf einer Seite aus dem Wasser, während die Vorderachse tiefer unter den Rahmen des Eagle gedrückt wurde.

Der provisorische zweite Anker hielt noch, aber er veränderte seine Lage.

„Keine Pause!“, rief ich.

Der Feldwebel blieb liegen und sah zurück.

Sein Blick ging nicht zur Winde, sondern zum Scharnier neben mir.

„Der Bolzen“, rief er.

Erst da bemerkte ich den blanken Metallstreifen am oberen Rand der Verbindung.

Der Scharnierbolzen, der das bewegliche Brückenteil mit dem nächsten Abschnitt verband, war aus seiner Führung gewandert.

Bei jeder Welle hob sich das Deck, und bei jedem Absinken blieb der Bolzen ein wenig höher stehen.

Wenn er vollständig herausrutschte, würde sich der Abschnitt nicht nur drehen.

Er würde sich von der restlichen Brücke lösen, während wir noch darauf waren.

Ich konnte die Winde nicht verlassen, ohne die seitliche Spannung aufzugeben, doch ich konnte auch nicht dort bleiben und zusehen, wie der Bolzen weiterstieg.

Neben der Seitenwand lag eine Werkzeugkiste, die beim ersten Anheben des Decks gegen das Geländer geschlagen war.

Ihr Deckel stand offen, der Inhalt war über den nassen Boden verteilt, und ein schwerer Montierhebel klemmte unter einer Strebe.

Ich streckte den Fuß danach aus, erreichte ihn aber nur mit der Stiefelspitze.

Der nächste Schub traf die Brücke.

Der Hebel glitt ein Stück näher.

Gleichzeitig riss die Winde an meinem verletzten Handschuh, und der Griff schlug so hart zurück, dass meine Finger taub wurden.

„Weiter!“, brüllte ich dem Feldwebel zu.

Er bewegte sich wieder zur Rampe, langsam und schief, während ich den Montierhebel mit dem Stiefel heranzog.

Der Fahrer bekam endlich seine Leine zu fassen und warf das andere Ende über das Geländer.

Der Feldwebel verfehlte es beim ersten Versuch.

Beim zweiten legte er seinen linken Unterarm darüber und zog die Schlaufe zu sich.

Noch war er nicht am Ufer.

Noch lag sein gesamtes Gewicht auf dem schwankenden Deck.

Ich wartete auf den vertrauten Rhythmus, doch aus dem Seil kam nur das unregelmäßige Schaben der beiden verkeilten Fahrzeuge.

Die Tochter des Feldwebels konnte mir jetzt keinen Takt mehr geben.

Ich musste aus den Bewegungen der Brücke selbst lesen, wann die Last nachließ.

Das Deck hob sich unter meinen Knien.

Der Bolzen stieg.

Die Brücke senkte sich wieder, und für einen kurzen Moment wurde der Griff der Winde leichter.

Ich klemmte den Montierhebel zwischen Führungsschiene und Griff, hielt die Spannung mit meinem Oberschenkel und warf mich zum Scharnier.

Der Bolzen stand inzwischen fast eine Handbreit aus der Führung.

Ich setzte beide Hände auf sein oberes Ende und drückte.

Nichts geschah.

Die Verbindung war seitlich verspannt, sodass Metall auf Metall festsaß.

„Ein Stück nachgeben!“, rief der Feldwebel von der Rampe.

„Dann schert es uns weg!“

„Nur beim Senken!“

Der Fahrer hatte die Leine inzwischen um eine Strebe gelegt und zog den Feldwebel näher zum Ufer, doch jeder Zug bewegte auch das Brückenteil.

Ich kroch zur Winde zurück, löste den Montierhebel und wartete auf das nächste Anheben.

Als das Deck seinen höchsten Punkt erreichte, hielt ich die Spannung.

Beim Absinken gab ich den Griff um die Breite meiner Hand nach.

Die Brücke sprang seitlich, nicht weit, aber genug, dass der Bolzen mit einem metallischen Schlag mehrere Zentimeter in seine Führung fiel.

Das war die erste Umkehr.

Der gleiche kleine Kontrollverlust, vor dem ich Angst gehabt hatte, brachte die Verbindung wieder in eine Linie.

Ich stellte die Sperre fest, rutschte zurück zum Scharnier und schlug mit dem Montierhebel auf das obere Ende des Bolzens.

Einmal.

Zweimal.

Beim dritten Schlag verschwand der blanke Streifen fast vollständig in der Führung.

Dann brach stromabwärts etwas mit einem Knall, der selbst durch das Wasserrauschen zu hören war.

Der Versorgungslaster sackte ab.

Seine Ladefläche verschwand im braunen Wasser, und das Heck des Eagle riss das gespannte Seil so weit nach unten, dass die Oberfläche darüber aufplatzte.

Der zweite Anker begann sich aufzulösen.

„Er ist fast da!“, rief der Fahrer.

Der Feldwebel lag mit dem Oberkörper bereits auf der Rampe, doch seine Beine befanden sich noch auf dem beweglichen Teil.

Ich kehrte zur Winde zurück und stemmte mich gegen den Griff.

Ohne das rhythmische Klopfen konnte ich nur noch an der Spannung in meinen Armen erkennen, wann die Fahrzeuge stromabwärts nachgaben.

Der Griff wurde leichter.

Dann schoss er wieder gegen mich.

Die Brücke drehte sich mehrere Grad nach links, und der Spalt zur Rampe wurde breiter.

Der Fahrer zog an der Leine.

Der Feldwebel rutschte vorwärts, doch sein Stiefel verhakte sich unter dem unteren Geländerholm.

Er versuchte, das Bein freizubekommen, konnte sich mit der verletzten Schulter aber nicht weit genug drehen.

„Lass die Winde los!“, rief er mir zu.

Ich wusste, was dann passieren würde.

Die seitliche Spannung würde verschwinden, der Brückenabschnitt würde sich mit der Strömung drehen, und vielleicht hätte ich genug Zeit, zur Rampe zu laufen.

Doch der Feldwebel hing noch fest.

Wenn die Brücke jetzt schwenkte, würde sein Körper zwischen Rampe und Geländer geraten.

„Erst du“, sagte ich.

Es waren dieselben Worte, die er wenige Minuten zuvor benutzt hatte, als ich nach seinem Tragegurt gegriffen hatte.

Er hatte auf den Rettungswagen gezeigt und gesagt: „Erst die da.“

Nun war niemand mehr hinter ihm.

Keine Familie wartete auf dem Deck, kein Rettungswagen stand auf der Rampe, und trotzdem wollte er, dass ich die Winde losließ und mich selbst rettete.

Ich hielt den Griff.

Der Fahrer legte sich flach auf die Rampe, griff durch das Geländer und bekam den Stiefel des Feldwebels zu fassen.

Er zog, während der Feldwebel das Bein verdrehte.

Der Stiefel löste sich nicht.

Stromabwärts hob sich das Heck des Eagle ein letztes Mal.

Für einen Augenblick tauchte ein Teil des Unterbodens aus dem Wasser auf, und das Seil schlug wieder dagegen.

Drei schnelle Schläge.

Die Pause kam zurück.

Nicht so klar wie zuvor, aber deutlich genug.

Ich gab die Winde bei der Pause einen winzigen Schritt nach.

Die Brücke bewegte sich zurück, der Geländerholm hob sich vom Stiefel, und der Fahrer riss den Feldwebel auf die Rampe.

Beide rollten über das nasse Metall bis zum festen Ufer.

Der Feldwebel war frei.

Damit änderte sich die gesamte Aufgabe.

Ich musste die Brücke nicht mehr für einen Menschen halten, der noch darauf lag.

Ich musste nur noch einen Weg finden, selbst herunterzukommen, bevor der zweite Anker endgültig brach.

Der Feldwebel richtete sich am Ufer auf seinen linken Ellenbogen auf.

„Beim nächsten Schlag ganz aufmachen!“, rief er.

Der Fahrer hielt ihn an der Weste fest, damit er nicht zurück auf die Rampe kroch.

Ich sah zum Scharnier.

Der Bolzen saß wieder tief genug in der Führung, aber der ganze Abschnitt war jetzt so stark verdreht, dass die Verbindung sich unter der Last bog.

Wenn ich die Winde langsam löste, würde die Strömung mich wahrscheinlich vom Ufer wegdrehen.

Wenn ich sie schlagartig freigab, konnte die Brücke in die Rampe schlagen.

Der Feldwebel hob seine linke Hand.

Drei Finger.

Dann machte er eine Faust.

Dann zeigte er zwei Finger.

Der Rhythmus seiner Tochter, nun ohne Geräusch.

Ich wartete.

Der Eagle schlug dreimal gegen das Seil.

In der Pause öffnete ich die Sperre vollständig.

Der Griff riss mir beinahe die Hände auf, drehte sich einmal frei und schlug gegen den Anschlag.

Die Brücke sprang stromabwärts.

Ich lief.

Das Deck war keine waagerechte Fläche mehr, sondern eine schräg wegrutschende Rampe, über die Wasser, Werkzeug und lose Seile in dieselbe Richtung glitten.

Hinter mir kreischte das Scharnier.

Vor mir zog sich das feste Ufer seitlich weg.

Der Fahrer stand auf, hielt die Leine mit beiden Händen und warf mir die freie Schlaufe entgegen.

Sie landete zu kurz.

Ich setzte noch zwei Schritte, doch der Spalt zwischen Brücke und Rampe war bereits breiter als meine Schrittlänge.

Der Feldwebel schob sich trotz seiner Schulter auf die Knie und trat mit dem Stiefel gegen das Ende der Leine.

Die Schlaufe rutschte über die nasse Rampe, fiel in den Spalt und blieb am Geländer des beweglichen Abschnitts hängen.

Nicht an meiner Hand.

Nicht an meinem Gurt.

Am Geländer.

Für einen Moment glaubte ich, das sei nutzlos.

Dann zog der Fahrer.

Die Leine spannte sich und hielt die vordere Ecke des Brückenteils nahe genug an der Rampe, dass der Spalt nicht weiter aufging.

Es war kein sicherer Übergang.

Es war nur eine letzte Möglichkeit.

Ich stieg auf den unteren Geländerholm, setzte einen Fuß auf die Kante der Rampe und sprang, als der nächste Wasserschub die Brücke nach oben hob.

Meine Brust traf das Metall.

Der Fahrer packte meinen Tragegurt und zog mich weiter, während meine Beine noch über dem Wasser hingen.

Hinter uns riss das stromabwärts gespannte Seil.

Der Klang war kurz und trocken.

Der umgestürzte Eagle wurde sofort von der Seite erfasst, der Versorgungslaster drehte sich darunter weg, und beide Fahrzeuge verschwanden tiefer in der Strömung.

Der bewegliche Brückenabschnitt schwenkte herum, schlug jedoch nicht gegen die Rampe.

Der wieder eingesetzte Scharnierbolzen hielt lange genug, damit sich das Teil kontrollierter um die verbliebene Verbindung drehen konnte.

Dann kam es schräg im Wasser zu liegen und wurde von den übrigen Sicherungen aufgefangen.

Ich blieb auf der Rampe liegen und hörte das Metall arbeiten.

Der Fahrer kniete neben uns, atmete schwer und hielt noch immer die Leine fest, obwohl sie längst keine Last mehr trug.

Der Feldwebel lag auf dem Rücken.

Seine Augen waren geschlossen, doch seine linke Hand bewegte sich auf dem nassen Deck.

Drei schnelle Schläge mit den Fingerspitzen.

Eine Pause.

Zwei langsame.

„Ich höre es“, sagte ich.

Er öffnete die Augen.

„Diesmal warst du zu spät bei der Pause.“

Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, aber der Fahrer lachte einmal auf, kurz und ungläubig, weil wir alle verstanden, dass der Feldwebel noch bei Bewusstsein war.

Hinter uns waren die letzten Menschen längst vom aufgeweichten Ufer weggebracht worden.

Der Rettungswagen, den wir über die Brücke gehalten hatten, stand weiter oben auf festem Boden.

Durch die offene Hecktür sah ich Bewegungen im Inneren, aber niemand kam zu uns herunter, weil dort weiterhin jemand versorgt wurde.

Genau deshalb hatte der Fahrer den Wagen nicht verlassen können, bevor er ihn sicher abgestellt hatte.

Und genau deshalb hatte der Feldwebel an der Winde ausgeharrt.

Später fragte ich mich oft, ob wir an diesem Tag mutig gewesen waren oder nur zu beschäftigt, um Angst vollständig zu spüren.

In dem Augenblick selbst gab es keine Antwort darauf.

Es gab nur den nächsten Griff, den nächsten Befehl und die Frage, welche Bewegung die Last nicht noch schlimmer machen würde.

Der Feldwebel wurde vom Ufer weggebracht, während ich bei der Brücke blieb und den anderen erklärte, was mit dem stromabwärts liegenden Seil geschehen war.

Ich sagte immer wieder, dass ich den Versorgungslaster gelöst hatte, um Gewicht vom Brückenteil zu nehmen.

Jedes Mal hörte es sich wie ein Geständnis an.

Denn der Laster war nicht leichter geworden, nur weil er nicht mehr auf dem Deck stand.

In der Strömung hatte er eine neue Kraft auf die Konstruktion übertragen, die niemand von uns geplant hatte.

Hätte er den Eagle verfehlt, wäre er möglicherweise gegen einen anderen Abschnitt geschlagen oder unkontrolliert weitergetrieben.

Hätte seine Vorderachse sich nicht unter dem Rahmen verkeilt, hätte er das Seil vielleicht sofort heruntergerissen.

Hätte der Eagle nicht mit dem Heck am Seil gehangen, wäre überhaupt kein zweiter Anker entstanden.

Meine Entscheidung war kein sauberer Rettungsplan gewesen.

Sie war eine Reaktion unter Druck, deren Ergebnis erst sichtbar wurde, als wir bereits davon abhängig waren.

Am folgenden Tag lag das Wasser noch immer hoch, doch die beschädigten Teile konnten genauer betrachtet werden.

Am Seil zeigten sich mehrere Gruppen von Schlagspuren.

Drei lagen eng beieinander, danach kam ein längerer unbeschädigter Abschnitt, gefolgt von zwei breiteren Kerben.

Damit ließ sich der Rhythmus erklären.

Das Heck des Eagle hatte bei jeder Drehung dreimal rasch gegen das gespannte Seil geschlagen.

Dann hob die Strömung die leere Ladefläche des Versorgungslasters an, wodurch die Last für einen kurzen Moment anders verteilt wurde.

In dieser Pause wurde die Brücke entlastet.

Anschließend setzte die Vorderachse des Lasters zweimal langsamer gegen den Rahmen des Eagle, bevor der Vorgang von vorn begann.

Der Feldwebel hatte nicht nur ein vertrautes Geräusch gehört.

Er hatte aus diesem Geräusch verstanden, wann die Strömung den provisorischen Anker belastete und wann sie ihn für einen Moment freigab.

Der Rhythmus seiner Tochter hatte ihm geholfen, das Muster sofort zu erkennen, doch die Entscheidung, danach zu handeln, war seine eigene gewesen.

Auch der Scharnierbolzen erzählte später einen Teil der Geschichte.

Auf seiner Oberfläche verlief eine frische, schräg gezogene Spur, die zeigte, dass er nicht durch einen einzigen harten Stoß herausgedrückt worden war.

Er hatte sich bei jeder vertikalen Bewegung ein kleines Stück aus der Führung gearbeitet.

Als ich die Winde kurz nachgab, war die seitliche Verspannung gesunken.

Nur deshalb konnte der Bolzen zurückfallen.

Was sich während des Einsatzes wie ein weiterer gefährlicher Fehler angefühlt hatte, war am Ende die Bewegung gewesen, die uns den Fluchtweg erhielt.

Diese Erkenntnis nahm mir die Verantwortung nicht ab.

Sie machte sie nur genauer.

Ich hatte nicht bewusst einen zweiten Anker geschaffen.

Ich hatte auch nicht gewusst, dass der Rhythmus im Seil den richtigen Zeitpunkt für jede Bewegung anzeigen würde.

Aber nachdem wir verstanden hatten, was geschah, hatten wir weiter entschieden.

Der Feldwebel entschied, den Rettungswagen zuerst fahren zu lassen.

Ich entschied, die Winde zu übernehmen.

Der Fahrer entschied, nach dem Abstellen seines Wagens zur Rampe zurückzukehren.

Und als der Feldwebel am Geländer festhing, entschied ich, die Spannung nicht aufzugeben, obwohl er mir genau das befahl.

Einige Tage später besuchte ich ihn.

Seine Schulter war ruhiggestellt, und jede Bewegung kostete ihn sichtbar Kraft, doch er saß aufrecht an einem Küchentisch, der viel kleiner wirkte als der Windenkasten, an dem ich ihn zuletzt gesehen hatte.

Seine Tochter saß ihm gegenüber.

Vor ihr lagen Stifte, ein Schulheft und ein halb aufgebautes Spiel, dessen Figuren sie über die Tischplatte verteilte.

Der Feldwebel hatte sein Handy neben der linken Hand liegen.

Als ich eintrat, erzählte er ihr gerade nicht von der Brücke.

Er erklärte auch nicht, warum seine Schulter nicht beweglich war oder warum er bei manchen Geräuschen unwillkürlich den Kopf hob.

Er hörte ihr einfach zu, während sie berichtete, wer in der Schule neben wem gesessen hatte und weshalb eine ihrer Zeichnungen noch nicht fertig geworden war.

Dann vibrierte das Handy.

Seine Finger bewegten sich aus Gewohnheit darauf zu.

Die Tochter sah die Hand, legte den Stift weg und trommelte mit den Fingerspitzen auf den Tisch.

Drei schnelle Schläge.

Eine Pause.

Zwei langsame.

Der Feldwebel hielt inne.

Er drehte das Handy um, sodass das Display auf der Tischplatte lag, und schob es außer Reichweite.

Seine Tochter nahm eine Spielfigur und stellte sie vor ihn.

„Noch ein Zug“, sagte sie.

Für einen Moment sah er zur rechten Schulter, als müsste er prüfen, ob er die Figur überhaupt bewegen konnte.

Dann nahm er sie mit der linken Hand.

„Diesmal ziehst du zuerst“, antwortete er.

Sie begann wieder zu trommeln, doch nun wartete niemand auf eine Entlastung im Seil.

Es gab keine Winde, keinen schwankenden Stahl und kein braunes Wasser, das durch Fugen schoss.

Nur drei schnelle Schläge, eine Pause und zwei langsame Antworten seiner Finger auf dem Küchentisch.

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